3. Tag der Bundesjugendkonferenz

Ausbildung und Mitbestimmung stärken

Der Antragsmarathon geht in die nächste Runde. Am dritten Tag der Bundesjugendkonferenz standen die betrieblichen Kernthemen im Fokus: Ausbildung, Übernahme, Mitbestimmung.

Andreas Reeg

"Alle haben ein gemeinsames Interesse: eine gute Ausbildung zu schaffen“, sagte Michael Porschen. „Alle haben ein gemeinsames Interesse: eine gute Ausbildung zu schaffen“, sagte Michael Porschen.
27.05.2017
  • Von: Marco Jelic Alexander Reupke
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Kernforderung der IG-BCE-Jugend ist die Stärkung der dualen Ausbildung. Denn dieses Ausbildungssystem habe entscheidend dazu beigetragen, die Wirtschaftskrise von 2009 mit einer so geringen Jugendarbeitslosigkeit zu überstehen, sagte Bundesjugendsekretär Michael Porschen. „Das haben noch nicht alle unsere Betriebe begriffen. Und das haben noch nicht alle in der Politik begriffen“, unterstrich Porschen. Um eine gute Qualität sicherzustellen, sei unter anderem eine Novellierung des Berufsbildungsgesetzes notwendig.

Ein wichtiger Punkt sei dabei, die rechtliche Gleichbehandlung verschiedener Ausbildungsgruppen im Betrieb – egal ob duale Ausbildung, duales Studium oder Praktikum. Gute Ausbildung, so die IG-BCE-Jugend, bedürfe auch mehr Zeit. Modularisierte, verkürzte Teilausbildungen lehnt die IG-BCE-Jugend ab. Vielmehr gehe es darum, in Bildung und Ausbildung zu investieren und Chancengerechtigkeit herzustellen. Aber auch auf betrieblicher Ebene gelte es, Innovationen anzustoßen. Eine Forderung in dem umfassenden Leitantrag: Der Betreuungsschlüssel in der Ausbildung soll auf 1:8 festgelegt werden - es brauche mehr ausbildendes Personal und dieses müsse besser unterstützt werden. Dabei komme es, so Michael Porschen, auch auf eine gute Zusammenarbeit im Betrieb an: „Wir haben Betriebsräte, wir haben JAVen, wir haben Ausbildungspersonal, wir haben Azubis – alle haben ein gemeinsames Interesse: eine gute Ausbildung zu schaffen“, sagte Porschen.

Andreas Reeg

Freude über den beschlossenen Antrag. Freude über den beschlossenen Antrag.

Um diese konkreten Forderungen umzusetzen und eine starke Stimme der Jugend im Betrieb zu verankern, beschlossen die Delegierten, die Mitbestimmungsrechte der Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) zu stärken. So soll in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen Betriebsräten und JAV intensiviert werden, vor allem in Fragen rund um die Ausbildung. Denn die JAV, so heißt es im Antrag, weiß, „wo bei den Auszubildenden der Schuh drückt“. Dieses Wissen und die Perspektive der Jugend sollte zukünftig – zum Beispiel bei Personalgesprächen – stärker miteinbezogen werden. Eine weitere beschlossene Forderung war die Einbeziehung der JAV in die europäischen Betriebsratsstrukturen. Auch ganz grundsätzlich wurden auf der Konferenz im Block „Europa“ weitreichende Beschlüsse gefasst, in denen die IG-BCE-Jugend politischen Druck ausüben will, um Arbeitnehmerrechte und Mitbestimmung in Europa zu stärken.

Sozial soll es nicht nur in Europa, sondern auch in Deutschland zugehen. „Übernahme als Normalität – das ist sozial!“, betonte der Delegierte Marcel Schäfer aus dem Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland bei seinem Statement zum Antrag „Regelungen zur Übernahme nach der Ausbildung in Betriebsvereinbarungen“, in dem die IG-BCE-Jugend verpflichtende Übernahmen fordert.

Ebenso sprach sich die Bundesjugendkonferenz einhellig für die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung aus. Dominique Kühl machte die Haltung der IG-BCE-Jugend deutlich: „Ohne Sachgrund befristete Verträge - das ist pure Willkür, das ist pure Provokation!“

Mehr Mitbestimmung für die Jugend, sichere Perspektiven und eine sozial gerechte Gesellschaft – das ist der Weg, den die IG-BCE-Jugend mit Überzeugung in den nächsten Jahren weitergehen wird.

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