2. Tag der Bundesjugendkonferenz

Klares Signal gegen Rassismus

Locker und humorvoll war der Einstieg in den zweiten Tag der Bundesjugendkonferenz. Der Ruhrpott-Comedian Martin Kaysh stimmte die Delegierten auf launige Art in seiner „Bundesjugendschau“ auf den arbeitsreichen Konferenztag ein. Bevor es zu den Abstimmungen über die rund 150 Anträge ging, überbrachte auch David Langner, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit und Soziales noch ein Grußwort an die jungen Gewerkschafter. „Die Arbeitswelt verändert sich und wir stehen vor neuen Herausforderungen“, mahnte der Staatssekretär. Junge Menschen würden heutzutage gute Perspektiven haben, aber zugleich gebe es Unsicherheit durch Befristungen und Leiharbeit. „Wir brauchen starke Gewerkschaften, um die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten“, forderte Langner.

Andreas Reeg

Klare Kante gegen rechtes Gedankengut: Tschüss Hass. Klare Kante gegen rechtes Gedankengut: Tschüss Hass.
26.05.2017
  • Von: Marco Jelic
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Gerade die Interessen der jungen Arbeitnehmer zu vertreten, ist Aufgabe der IG-BCE-Delegierten auf dieser Konferenz. Vormittags wurde zunächst über gesellschaftspolitische Themenstellungen debattiert und abgestimmt. Im Fokus stand der gewerkschaftliche Einsatz gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Die IG-BCE-Jugend bekannte sich in ihrem Leitantrag „Nichtvereinbarkeit von Menschenfeindlichkeit und Rassismus mit der Mitgliedschaft in der IG BCE“ einstimmig dazu, dass die Verbreitung von menschenverachtendem, rassistischem und völkischem Gedankengut unvereinbar mit den gewerkschaftlichen Werten sei. Einen Ausschluss solcher Personen, die dieses Gedankengut verbreiten, gelte es zu prüfen.

Die IG BCE stehe für Weltoffenheit, Solidarität und Vielfalt. Daher sei auch die Mitgliedschaft in einer Partei wie der AFD oder ProNRW nicht mit einer IG-BCE-Mitgliedschaft vereinbar. Bundesjugendsekretär Michael Porschen sprach von „einem klaren gemeinschaftlichen Signal“, das von der IG-BCE-Jugend ausgehe. Neben der grundsätzlichen Positionierung folgten dann zahlreiche Anträge, die das Engagement für Demokratie und gegen Diskriminierung mit Leben füllten. So fordert die IG-BCE-Jugend konkret Aktionen, Kampagnen und Workshops im Betrieb und in der Öffentlichkeit auszubauen, sowie die Vielfalt im Betrieb zu stärken. Auch die Integration von benachteiligten Menschen, unter anderem auch von Geflüchteten, soll durch Einstiegsqualifizierungen weiter gefördert werden.

  • Melanie Höse, Mitglied des Präsidiums der Konferenz, begrüßt die Delegierten mit Seifenblasen.
    Foto: 

    Andreas Reeg

    Melanie Höse, Mitglied des Präsidiums der Konferenz, begrüßt die Delegierten mit Seifenblasen. Maximimilan Höß (links) und Michael Porschen, ebenfalls Präsidumsmitglieder, schauen gebannt zu.

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Ein weiteres zentrales Thema betraf die Gestaltung der Digitalisierung. Im Leitantrag „Digitalen Wandel für die junge Generation gestalten“ betont die IG-BCE-Jugend, dass es bei der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung von Produktionsprozessen Chancen und Risiken gebe. Bei aller digitalen Veränderung müsse daher stets der „Mensch im Mittelpunkt“ stehen. Neue Formen der Beschäftigung wie das „Cloudworking“, bei denen die Menschen nur noch digital mit dem Arbeitgeber vernetzt seien, dürften nicht zu schlechteren, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen führen. Daher gelte es auch, das Arbeitsrecht und die Mitbestimmungsmöglichkeiten den neuen Gegebenheiten anzupassen, um den Schutz sowie die Partizipation der Arbeitnehmer zu gewährleisten.

Die Themen Digitalisierung und Gleichstellung stehen auf der Tagesordnung

Ähnliches gilt für die duale Ausbildung, die sich nach Ansicht der IG-BCE-Jugend neuen Berufsbildern anpassen müsse – ohne an Qualität zu verlieren. Maximilian Höss vom Landesbezirk Bayern brachte es in seinem Statement zum Antrag auf den Punkt: „Der digitale Wandel passiert, wir müssen jetzt mitreden!“

Spannende, bisweilen emotionale Debatten gab es beim Thema der Gleichstellung von Mann und Frau. Die Delegierten sprachen sich für eine „absolute Gleichstellung von Frauen und Männern“ aus, was sich in den Betrieben auch in einer absoluten Lohngerechtigkeit widerspiegeln müsse.

Auf dem weiteren Programm stehen Anträge zur Energiepolitik, zu Europa und internationaler Gewerkschaftsarbeit sowie zur Stärkung der beruflichen Bildung. Für die jungen IG-BCE-Delegierten gibt es noch viel zu entscheiden – und viel zu bewegen!

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