3. Tag der Bundesjugendkonferenz

„Unsere Werte wieder sexy machen!"

„Das sieht gut aus“, befand der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis anerkennend bei seinem Blick vom Rednerpult in den mit 350 Jugendlichen voll besetzten Konferenzsaal. Der Vorsitzende hatte viel Lob im Gepäck bei seinem „traditionellen“ Besuch der Bundesjugendkonferenz: „Mit großer Zuversicht schaue ich in die Zukunft, weil wir seit Jahren eine hervorragende Jugendarbeit machen, die ihresgleichen sucht!“ Und das zurecht, wie der Blick auf die Zahlen zeige: Jedes Jahr würden rund 70 Prozent der neuen Azubis organisiert und viele davon würden sich aktiv einbringen.

Andreas Reeg

„Die IG-BCE-Jugend leistet dafür einen großen Beitrag“, sagt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE. „Die IG-BCE-Jugend leistet dafür einen großen Beitrag“, sagt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE.
27.05.2017
  • Von: Marco Jelic
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„Das ist mehr als nur das Funktionieren eines Verbands. Das zeigt, dass man die Jugend durch die richtige Ansprache politisieren kann – für Solidarität, für Gerechtigkeit und gegen Ausgrenzung und Rechtspopulismus. Darauf bin ich stolz!“ Keine andere Organisation in Deutschland könne auf ein solches Jugendengagement verweisen.

Das sei wichtiger denn je in Zeiten, in denen die Gesellschaft vor komplexen Herausforderungen steht, deren Phänomene von einer gewissen Gleichzeitigkeit geprägt sind: Auf der einen Seite eine starke wirtschaftliche Lage Deutschlands, aber auf der anderen auch Prekarisierung und Bildungschancen, die immer noch an die soziale Herkunft gekoppelt sind. Es gebe gleichzeitig eine offene, globalisierte Gesellschaft, aber auch Krieg, Nationalismus und Terror. Durch die Globalisierung seien solche Phänomene plötzlich nah an uns herangerückt. Dies zeige sich insbesondere in der Flüchtlingszuwanderung und der damit verbundenen gesellschaftlichen und politischen Debatte, die oft auf Ängsten und Unsicherheiten beruhe.

„Diese Unsicherheit von Menschen, die entsteht, wenn sich zum Beispiel das Umfeld verändert, die verstehe ich.“ Aber gegenseitiges Kennenlernen und Integration würden die Situation entspannen. Die IG-BCE-Jugend, dies ergebe sich auch aus den solidarischen Anträgen der Bundesjugendkonferenz, stehe in dieser Diskussion auf der richtigen Seite: „Wenn Menschen aufgrund von Krieg flüchten müssen, ihnen dann zu helfen, ist das Ureigenste der Solidarität.“ Frieden, Sicherheit und ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben seien Grundbedürfnisse.

Andreas Reeg

Michael Vasiliadis stellt sich den Fragen der Teilnehmer. Michael Vasiliadis stellt sich den Fragen der Teilnehmer.

Doch Solidarität werde in der Gesellschaft heutzutage nicht mehr grundsätzlich als Vorteil gesehen. In seiner gesellschaftlichen Analyse sah Vassiliadis den Grund dieser Entwicklung vor allem im Aufkommen eines Neoliberalismus und Kapitalismus, der auf den Primat des Marktes setzte, und damit auf Egoismus statt auf Solidarität. Aufgabe der Gewerkschaft sei es, Begriffe wie Solidarität, Demokratie und soziale Gerechtigkeit nicht abstrakt zu denken, sondern für die Menschen wieder konkret und erfahrbar zu machen: „Wir müssen unsere Werte wieder sexy machen.“

Dafür müsse man „die stille Mehrheit“ einladen, sich einzureihen, zu kämpfen für die Demokratie, für das Miteinander: „Die IG-BCE-Jugend leistet dafür einen großen Beitrag.“

Nach seiner Rede stellte sich Vassiliadis noch den Fragen der Mitdiskutanten im Konferenzsaal sowie denen, die von interessierten jungen Menschen in den sozialen Medien über Livestream gestellt wurden. Die Präsidiumsmitglieder der Bundesjugendkonferenz Melanie Höse, Max Höss und Michael Freese diskutierten gemeinsam mit dem Vorsitzenden über die Stärkung der dualen Ausbildung. Vassiliadis plädierte dafür, die Ausbildungskapazitäten auszuschöpfen und für die Übernahme jedes einzelnen Azubis zu kämpfen. In Sachen Digitalisierung sieht er bei der Jugend große Expertise, die sie in die Diskussionen einbringen kann.

Sich als IG-BCE-Jugend einzumischen, sei auch im Hinblick auf die kommenden Bundestagswahlen wichtig. Melanie Höse erklärte am Ende den Anspruch der IG-BCE-Jugend: „Wir wissen, wofür wir stehen. Jugendliche haben eine politische Meinung – wir als IG-BCE-Jugend wollen sie formen."

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