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14.10.2013

Gute Arbeit

Schöne neue Bürowelten?

Grenze zwischen Arbeit und Freizeit löst sich auf

"Feierabend!" – Vor wenigen Jahren noch läutete die Zeit nach Büroschluss den Teil des Tages ein, an dem die Kolleginnen und Kollegen ihren privaten Dingen relativ selbstbestimmt nachgehen konnten. Das hat sich inzwischen massiv geändert.

Auch in der modernen Bürowelt lautet der Trend: immer schneller, flexibler, marktorientierter. Die Folgen bekommen die Kolleginnen und Kollegen tagtäglich zu spüren. Selbst Glitzerfassaden und durchgestyltes Ambiente können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Arbeitsalltag der meisten Bürobeschäftigten vor allem eines ist: zunehmend psychisch belastend.

 

 

 

Repräsentativen Umfragen zufolge nimmt jeder zweite Beschäftigte seine Arbeit oft oder gelegentlich mit nach Hause. Viele Kolleginnen und Kollegen beantworten von dort aus ihre beruflichen E-Mails, erstellen Präsentationen und arbeiten Unterlagen durch. Doch selbst wenn die »Akten« im Büro bleiben, geht ihnen die Arbeit am »Feierabend« oft nicht mehr aus dem Kopf. Einfach abschalten – leichter gesagt als getan. Das gilt vor allem dann, wenn die Ziele hochgesteckt und viele Aufgaben noch nicht erledigt sind. Tatsache ist: Sogar im Urlaub ruft ein Viertel der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Mails und Daten vom Firmennetzwerk ab. Handy, Smartphones und mobiles Internet machen’s möglich.

Das geschieht nicht unbedingt freiwillig. Die Ergebnisse der aktuellen Repräsentativumfrage des DGB-Index Gute Arbeit zum Thema »Arbeitshetze – Arbeitsintensivierung – Entgrenzung« belegen vielmehr: Rund ein Drittel aller Beschäftigten muss sehr häufig oder oft außerhalb ihrer Arbeitszeit für betriebliche Belange erreichbar sein. Auch der deutliche Anstieg der geleisteten Überstunden und der tatsächlichen Wochenarbeitszeit um rund eine Stunde in den letzten zwei Jahren beweist: Die Sphäre des Privaten schützt längst nicht mehr vor dem unmittelbaren Zugriff des Betriebs. Die Arbeit dehnt sich immer weiter aus. Die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit zerfließen.

Die meisten Beschäftigten haben dabei enorme Veränderungsprozesse mitgemacht. Denn die Büroarbeit wandelt sich gegenwärtig grundlegend.