Standortvereinbarung BASF SE 2020

Sicherheit bis 2025!

Mindestens 7,5 Milliarden Euro wird die BASF SE in den kommenden fünf Jahren in den Verbundstandort Ludwigshafen investieren. Gleichzeitig verpflichtet sich der Chemiekonzern dazu, bis zum 31.12.2025 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. „Mitten in Zeiten der durch die Corona-Krise geprägten, allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit ist das ein starkes Signal, auf das sich Betriebsrat und Unternehmen verständigten“, kommentiert IG-BCE-Bezirksleiter Gunther Kollmuß die neue Standortvereinbarung.

Den Standort Ludwigshafen will die BASF SE „zu einem global führenden, emissionsarmen integrierten Standort entwickeln und somit den Anforderungen des europäischen Green Deal gerecht werden“. Das ist nicht nur die Verbindung von ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit, wie sie die IG BCE seit Jahren fordert. Gleichermaßen bedeutet die jetzt abgeschlossene „Standortvereinbarung 2025“ auch soziale Sicherheit für die Beschäftigten: Denn zum einen schließt das Unternehmen für die rund 34.000 beschäftigten der BASF SE auch weiterhin – nämlich bis zum 31.12.2025 – betriebsbedingte Kündigungen aus. Zum anderen verpflichtet sich das Unternehmen, hier in den kommenden Jahren mindestens 7,5 Milliarden Euro zu investieren. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand „wird in den kommenden Jahren auf hohem Niveau verbleiben“, heißt es in der am Mittwoch abgeschlossenen Betriebsvereinbarung.

Sicherheit statt Kurzarbeit

„In einer Zeit, in der bundesweit mehr als zehn Millionen Menschen in Kurzarbeit sind und andere Unternehmen Jobs zur Disposition stellen, werten wir dieses milliardenschwere Bekenntnis zum Gründungsstandort gerade jetzt als ein starkes Signal für die Beschäftigten“, sagt IG-BCE-Bezirksleiter Gunther Kollmuß.

Ein Schwerpunkt der Betriebsvereinbarung gilt dem Thema „Arbeiten 4.0“, also der Gestaltung der Digitalisierung im Sinne der Arbeitnehmer. „BASF will die Vorteile moderner Arbeitsformen nutzen und sinnvoll anwenden“, heißt es dazu in dem Dokument. „Wie das gehen kann, erleben wir jetzt, mitten in der Corona-Krise“, so Kollmuß. „Ein Crashkurs für viele Beschäftigte und Vorgesetzte, was zum Beispiel Mobiles Arbeiten und WebEx-Konferenzen betrifft. Und dass das so gut laufen kann, hätte manch einer noch vor wenigen Monaten nicht geglaubt.“

Künftig mehr Mobiles Arbeiten

Ausdrücklich bekennen sich Betriebsrat und Unternehmen dazu, dass „die neuen Arbeitsweisen sowie digitale Tools zukünftig noch mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort ermöglichen“ werden. In exakt diese Richtung geht übrigens zudem das Programm „1000 Satellites“, welches – außerhalb des Werkgeländes – dezentrale Co-Working-Flächen anbietet. Seit Oktober läuft in Ludwigshafen ein entsprechendes Pilotprojekt, in Kürze eröffnen Büroflächen in Mannheim und Neustadt. All diese stehen BASF-Mitarbeitern ebenso offen wie Betriebsfremden, die ruhige Arbeitsplätze suchen. „Unternehmen und Betriebsrat sind sich einig, dass Mobiles Arbeiten – soweit betrieblich und persönlich möglich – weiter ausgebaut werden soll“, heißt es in der Übereinkunft. Genau dies ist übrigens ganz im Sinne des Tarifvertrags „Moderne Arbeitswelt“ des jüngsten Chemie-Tarifabschlusses.

„Ja“ zu 4.0 – aber im Sinne der Arbeitnehmer

„Da sind natürlich noch viele Details zu klären“, beschreibt Gunther Kollmuß die To-Do-Agenda für die kommenden Jahre. „Beispielsweise, wie wir die Standards zu Arbeitsschutz oder Ruhezeiten auch im Home-Office oder unterwegs gewährleisten können.“

Das zeigt einmal mehr, wie wichtig auch im Jahr 2020 die Mitgliedschaft in der IG BCE ist. „Nur gemeinsam können wir darauf pochen, dass Digitalisierung nicht Rationalisierung bedeutet, sondern eine bessere Arbeitswelt mit den Techniken von morgen“, betont Kollmuß.

Die kommplette Ausgabe des Kurieres gibt es hier:

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