URL dieser Seite: https://ludwigshafen.igbce.de/-/Gte

15.03.2016

Das interesse war groß!

Mehr Geld, mehr Zeit, mehr Weiterbildung, mehr Chancengleichheit

Mehr als 400 Vertrauensleute nutzen im Ludwigshafener Pfalzbau die Gelegenheit, einen Ausblick auf die diesjährige Tarifrunde zu erhalten und dem Verhandlungsführer der IG BCE einiges mit auf den Weg zu geben. Individuelles Zukunftskonto, Entgelterhöhung, Qualifizierungsoffensive und tarifliche Pflegezusatzversicherung waren Inhalte  der gewerkschaftlichen Vollversammlung der Vertrauensleute. Am 11. Juni informierte Tarifvorstand Ralf Sikorski die Anwesenden wohin die Reise in der diesjährigen Tarifrunde gehen könnte. Ein Schwerpunkt der Versammlung war die Thematik Arbeitszeitsouveränität und sorgte für regen Diskussionsstoff.

Fotostudio Schwetasch

Tarifrunde Chemie

Bereits bei der vergangenen Tarifrunde habe die IG BCE das Thema Arbeitszeitsouveränität und variablere Arbeitszeiten auf den Weg gebracht. „Das war gut so, sonst wären wir jetzt nicht schon so weit, wie wir es nun sind“, betonte Ralf Sikorski. Im Laufe der Jahre hätten sich die Bedürfnisse der Arbeitnehmer geändert. Personalmangel, mehr Arbeit und  Digitalisierung erzeugen immer mehr Arbeitsverdichtung. „Es muss bis zum Anschlag gearbeitet werden und die Anforderungen steigen stetig. Die Beschäftigten wollen weniger Stress, mehr Freizeit und Entlastung mehr Selbstbestimmung bei den Arbeitszeiten“, so der Verhandlungsführer der IG BCE.

Über 600 Antworten bei Messenger-Umfrage

Eine Messenger-Umfrage zur im Herbst anstehenden Tarifrunde Chemie 2019 hat verdeutlicht, wie wichtig den Beschäftigten mehr Arbeitszeitsouveränität ist. „Insgesamt haben uns mehr als 600 Antworten erreicht. Davon waren circa 200 sehr ausführliche Rückmeldungen pro Frage eingegangen“, freute sich Sikorski. Vor allem klagen die Kollegen über gestiegene Arbeitsverdichtung und über zu unflexible Arbeitszeiten, die es oft nicht möglich machen, Berufs- und Privatleben zufriedenstellend auszubalancieren. Neben den bereits genannten Punkten, wie beispielsweise die Digitalisierung, sind auch die Demografie und Fachkräftemangel schuld an dieser Entwicklung. „Die „alternde Gesellschaft“ schlägt voll auf den Arbeitsmarkt durch und jüngere Kolleginnen und Kollegen rücken kaum noch nach. Das sind keine brandneuen Erkenntnisse, aber die Arbeitgeber haben es viele Jahre einfach ignoriert“, sagte der Tarifvorstand. Die Umfrage verdeutlicht, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen sich mehr Freizeit wünschen und dafür auch bereit sind, auf Lohn zu verzichten. Viele der Befragten hätten den Wunsch nach mehr Urlaubstagen und flexibleren Arbeitszeiten geäußert. Auch mehr Zeit zur Weiterbildung sei ein Thema der Befragung gewesen.  

Arbeitszeitsouveränität vs. Personalmangel

In der anschließenden Diskussionsrunde warnten zahlreiche Vertrauensleute davor, dass Arbeitszeitsouveränität den Personalmangel noch verstärken könnte. Gerade auf der Schicht herrsche bereits ein Mangel und die Kollegen seien überlastet. Diese Voraussetzungen seien schlecht mit der Arbeitszeitsouveränität zu vereinbaren und könnten zum Nachteil der Kolleginnen und Kollegen führen. Thema der Vertrauensleute war auch die Forderung nach mehr Entgelt. „Bitte nicht vergessen, dass die Erhöhung des Entgeltes und der Ausbildungsvergütung für viele wichtiger ist, als mehr Freizeit“, so das Credo einiger Vertrauensleute. Auch wurden Stimmen laut, die forderten, dass nur IG BCE Mitglieder von den Ergebnissen der Tarifverhandlungen profitieren sollten.

Ralf Sikorski dankte allen Anwesenden für die rege Diskussionsbeteiligung und versprach die Themen der Diskussionsrunde mit auf den Weg zu nehmen. Daneben wies er auf den Livestream am 18. Juni ab 8.30 Uhr hin, wenn die IG BCE ihre Forderungsempfehlung abgibt.